Steuern auf Kapitalerträge
Abgeltungssteuer, Sparerpauschbetrag, Vorabpauschale und Teilfreistellung – die Steuerthemen für Anleger in Deutschland.
Zuletzt aktualisiert am 9. Juli 2026
Wer Geld anlegt, zahlt auf die Gewinne Steuern. Für die meisten Anleger läuft das fast unsichtbar ab: Bei einem deutschen Broker zieht die Bank die Steuer direkt ab und überweist sie ans Finanzamt. Trotzdem lohnt es sich, die Regeln zu kennen. Mit ein paar Handgriffen holst du dir jedes Jahr Geld zurück, das sonst an den Staat geht.
Wie Kapitalerträge in Deutschland besteuert werden
Auf Zinsen, Dividenden und Kursgewinne fällt die Abgeltungssteuer an: 25 % auf den Gewinn, dazu der Solidaritätszuschlag von 5,5 % auf diese Steuer. Zusammen sind das 26,375 %. Wer Kirchensteuer zahlt, kommt auf rund 28 %. Die Details stehen im Artikel Die Abgeltungssteuer.
Die wichtigsten Steuerthemen für Anleger
Fünf Themen tauchen bei fast jedem Depot auf:
- Sparerpauschbetrag: 1.000 € Gewinn pro Jahr bleiben steuerfrei, wenn du den Freistellungsauftrag erteilst.
- Vorabpauschale: Auf thesaurierende Fonds zahlst du schon während der Haltedauer eine kleine Steuer.
- Teilfreistellung: Bei Aktien-ETFs bleiben 30 % der Erträge automatisch steuerfrei.
- FIFO-Prinzip: Verkaufst du nur einen Teil, gelten die zuerst gekauften Anteile als zuerst verkauft.
- Abgeltungssteuer: Der Satz und die Erträge, die darunterfallen.
So senkst du deine Steuerlast legal
Ein paar Schritte holen das meiste heraus:
- Erteile deiner Bank einen Freistellungsauftrag über 1.000 € (2.000 € bei Zusammenveranlagung).
- Verteile den Freibetrag passend, wenn du mehrere Depots hast.
- Setze auf Aktien-ETFs — ihre Teilfreistellung wirkt automatisch.
- Verrechne Verluste mit Gewinnen über die Verlustverrechnungstöpfe.
- Halte langfristig: Solange du nicht verkaufst, stundest du den größten Teil der Steuer.
Wie viel Steuer auf deine ETF-Erträge anfällt, schätzt der ETF-Steuer-Rechner.
Artikel in dieser Themenwelt
Vertiefe einzelne Aspekte in den folgenden Ratgebern.
- Die Abgeltungssteuer Wie Kapitalerträge in Deutschland besteuert werden.
- Sparerpauschbetrag & Freistellungsauftrag Wie du deinen steuerfreien Freibetrag optimal nutzt.
- Die Vorabpauschale verstehen Was die Vorabpauschale ist und wie sie sich auf thesaurierende ETFs auswirkt.
- Teilfreistellung bei Aktien-ETFs Warum ein Teil deiner ETF-Erträge steuerfrei bleibt.
- Das FIFO-Prinzip beim Verkauf Wie das Finanzamt bestimmt, welche Anteile zuerst verkauft werden.
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Häufige Fragen
Muss ich meine Kapitalerträge selbst in der Steuererklärung angeben?
Bei einem deutschen Broker meist nicht — die Bank führt die Steuer automatisch ab. Angeben musst du sie, wenn du bei einem ausländischen Broker anlegst, einen vergessenen Freibetrag nachholen willst oder Verluste zwischen mehreren Banken verrechnest. Dafür dient die Anlage KAP.
Wie hoch ist die Steuer auf ETF-Gewinne?
Grundsätzlich 26,375 % (25 % Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag). Bei einem Aktien-ETF senkt die Teilfreistellung von 30 % den effektiven Satz auf rund 18,5 %. Kirchensteuer kommt gegebenenfalls dazu.
Kann ich Steuern legal sparen?
Ja, im Rahmen der Regeln. Freistellungsauftrag, Sparerpauschbetrag, Teilfreistellung und Verlustverrechnung mindern deine Steuer, ohne dass du etwas Riskantes tun musst.
Keine Anlageberatung. Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Anlageentscheidungen triffst du eigenverantwortlich. Investieren birgt Risiken bis zum Verlust des eingesetzten Kapitals.