Direkt zum Inhalt
Kapino
Sparen & Haushalt

Vermögenswirksame Leistungen

Bis zu 40 Euro im Monat vom Arbeitgeber plus staatliche Zulage — und wie du VL sinnvoll anlegst.

Zuletzt aktualisiert am 2. August 2026

Vermögenswirksame Leistungen sind ein Zuschuss, den dein Arbeitgeber zusätzlich zum Gehalt in einen Sparvertrag einzahlt. Viele Beschäftigte haben Anspruch darauf und rufen ihn nie ab, weil der Arbeitgeber ohne Antrag nichts zahlt. Bei 40 Euro im Monat sind das 480 Euro im Jahr, die du sonst liegen lässt.

Wer Anspruch hat

Ob und wie viel dir zusteht, regelt der Arbeits- oder Tarifvertrag. Im öffentlichen Dienst und in vielen Branchen mit Tarifbindung gehören VL zum Standard, die Beträge reichen von 6,65 bis 40 Euro monatlich. Zahlt dein Arbeitgeber weniger als 40 Euro, kannst du aus eigener Tasche aufstocken.

Prüfe zuerst den Vertrag, dann frag in der Personalabteilung nach. Steht nichts dazu drin, lohnt die Frage trotzdem — manche Arbeitgeber zahlen freiwillig oder verhandeln VL als Teil des Gehaltspakets.

Die staatliche Zulage obendrauf

Zusätzlich zum Arbeitgeberbeitrag gibt es die Arbeitnehmersparzulage, sofern dein zu versteuerndes Einkommen unter der Grenze liegt: 40.000 Euro für Ledige, 80.000 Euro für zusammen veranlagte Ehepaare. Diese Grenzen gelten seit 2024 und decken einen großen Teil der Beschäftigten ab.

Die Höhe hängt von der Anlageform ab:

  • Beteiligungssparen (Aktienfonds, ETFs): 20 Prozent auf höchstens 400 Euro im Jahr, also bis zu 80 Euro.
  • Bausparen und Baufinanzierung: 9 Prozent auf höchstens 470 Euro im Jahr, also bis zu 43 Euro.

Beide Wege lassen sich kombinieren, dann sind maximal 123 Euro jährlich drin. Beantragt wird die Zulage über die Steuererklärung, die Anlage VL liefert dein Anbieter. Ausgezahlt wird sie erst am Ende der Sperrfrist, gesammelt für alle Jahre.

Welcher Vertrag sich lohnt

Vier Anlageformen kommen in Frage, sie unterscheiden sich stark:

ETF- oder Aktienfondssparplan. Für den langfristigen Vermögensaufbau die naheliegende Wahl: Renditechance des Aktienmarkts plus die höhere Zulage von 20 Prozent. Achte auf einen VL-fähigen Sparplan ohne Ausgabeaufschlag — nicht jeder Broker bietet VL-Verträge an, und 5 Prozent Aufschlag fressen die Zulage teilweise wieder auf. Wie ETFs funktionieren, steht unter Was ist ein ETF?.

Bausparvertrag. Sinnvoll, wenn eine Immobilie konkret geplant ist. Die Zulage fällt mit 9 Prozent niedriger aus, dafür sicherst du dir ein Darlehenszinsniveau. Ohne Bauabsicht ist die Rendite mager.

Banksparplan. Sicher, planbar, ohne Kursrisiko — und ohne staatliche Zulage, weil er nicht zu den geförderten Anlageformen zählt. Der Arbeitgeberbeitrag bleibt trotzdem geschenktes Geld. Was am Ende der Laufzeit herauskommt, zeigt der Banksparplan-Rechner.

Tilgung eines Baudarlehens. Wer bereits eine Immobilie finanziert, kann VL direkt in die Tilgung leiten und erhält dafür ebenfalls 9 Prozent Zulage.

Die Sperrfrist

VL-Verträge laufen sechs Jahre, in denen eingezahlt wird. Danach folgt ein Ruhejahr ohne Einzahlung; im siebten Jahr wird ausgezahlt. Erst dann kommst du an das Geld und an die gesammelten Zulagen.

Nach dem Ende beginnst du einfach einen neuen Vertrag. Viele Beschäftigte haben deshalb dauerhaft einen VL-Vertrag laufen, der alle sieben Jahre ausgezahlt wird.

Der Ablauf in vier Schritten

  1. Arbeits- oder Tarifvertrag prüfen, Betrag klären.
  2. Passenden VL-Vertrag abschließen, bei einem Anbieter mit VL-fähigem Angebot.
  3. Vertragsdaten an die Personalabteilung melden, damit der Arbeitgeber direkt überweist.
  4. Zulage jährlich über die Steuererklärung beantragen.

Rechne den Betrag nicht auf deine Sparrate an. VL sind zusätzliches Geld vom Arbeitgeber — dein eigener Sparplan läuft daneben weiter.

Häufige Fragen

Bekomme ich vermögenswirksame Leistungen?

Das steht in deinem Arbeits- oder Tarifvertrag. Viele Tarifverträge sehen VL vor, häufig zwischen 6,65 und 40 Euro im Monat. Der Arbeitgeber zahlt sie nur auf Antrag und erst, wenn du ihm einen passenden Sparvertrag meldest.

Wie hoch ist die Arbeitnehmersparzulage?

Bei Aktienfonds und ETFs 20 Prozent auf maximal 400 Euro im Jahr, also bis zu 80 Euro. Beim Bausparen 9 Prozent auf maximal 470 Euro, also bis zu 43 Euro. Beides zusammen ergibt maximal 123 Euro im Jahr für Ledige.

Wer bekommt die staatliche Zulage?

Wer mit dem zu versteuernden Einkommen unter 40.000 Euro im Jahr liegt, bei Verheirateten unter 80.000 Euro (Stand 2026). Maßgeblich ist das zu versteuernde Einkommen aus dem Steuerbescheid, nicht dein Bruttogehalt — die Grenze wird also oft auch bei höherem Brutto unterschritten.

Keine Anlageberatung. Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Anlageentscheidungen triffst du eigenverantwortlich. Investieren birgt Risiken bis zum Verlust des eingesetzten Kapitals.