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Sparen & Haushalt

Der Notgroschen

Wie hoch dein finanzieller Puffer sein sollte und auf welches Konto er gehört.

Zuletzt aktualisiert am 2. August 2026

Der Notgroschen ist Geld, das ausschließlich für unvorhergesehene Ausgaben bereitliegt: die kaputte Heizung, die Autoreparatur, ein paar Monate ohne Gehalt. Er bringt keine nennenswerte Rendite und soll das auch gar nicht. Seine Aufgabe besteht darin, dass du bei einem Engpass weder Schulden aufnehmen noch dein Depot plündern musst.

Wie viel du brauchst

Als Richtwert gelten drei bis sechs Monatsausgaben. Rechne dabei mit den Ausgaben, nicht mit dem Gehalt: Miete, Strom, Lebensmittel, Versicherungen, Mobilität und alle laufenden Verträge zusammengezählt, mal drei bis sechs.

Wo genau du in dieser Spanne landest, hängt von deiner Situation ab:

  • Drei Monate reichen meist bei festem Arbeitsvertrag, gefragtem Beruf und ohne Unterhaltspflichten.
  • Sechs Monate passen für Familien mit einem Verdienenden, Beschäftigte in kriselnden Branchen und alle mit Wohneigentum, wo größere Reparaturen drohen.
  • Neun bis zwölf Monate planen Selbstständige mit schwankenden Aufträgen ein.

Ein Beispiel: Bei 2.200 Euro monatlichen Ausgaben liegt der Puffer je nach Lage zwischen 6.600 und 13.200 Euro.

Warum der Puffer vor dem Depot kommt

Ohne Rücklage wird jede größere Rechnung zum Problem. Zwei Auswege bleiben dann, beide teuer: der Dispokredit mit oft zweistelligem Zins oder der Verkauf von Fondsanteilen. Der Verkauf trifft dich besonders hart, wenn Jobverlust und schwache Börsenphase zusammenfallen — genau das passiert in Rezessionen regelmäßig.

Mit Puffer bleibt dein Sparplan unangetastet. Du überbrückst die Lücke aus dem Tagesgeld und lässt das langfristige Geld weiterarbeiten. Deshalb steht der Notgroschen in jedem sinnvollen Fahrplan vor der ersten Investition, siehe auch Sparen vs. Investieren.

Wo er liegen sollte

Drei Eigenschaften muss das Konto erfüllen: sofort verfügbar, kein Kursrisiko, abgesichert. Das Tagesgeldkonto erfüllt alle drei. Innerhalb der EU greift die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Bank und Kunde.

Halte den Puffer getrennt vom Girokonto, sonst verschwindet er unbemerkt im Alltag. Ein Tagesgeldkonto bei einer anderen Bank schafft genug Abstand, ohne dass du im Ernstfall länger als einen Werktag auf das Geld wartest. Was dabei an Zinsen zusammenkommt, zeigt der Tagesgeld-Rechner.

Wer den Puffer aufteilt, kann einen Teil fest anlegen: drei Monatsausgaben aufs Tagesgeld, der Rest als Festgeld über zwölf Monate zu einem höheren Zins. Das lohnt allerdings nur, wenn der verfügbare Teil groß genug bleibt. Den Ertrag der festen Laufzeit ermittelst du im Festgeld-Rechner.

So baust du ihn auf

Bei laufenden Kosten von 2.000 Euro und 300 Euro Sparrate dauert es rund zwei Jahre bis zu sechs Monatsausgaben. Das klingt lang, geht aber schneller, wenn du unregelmäßige Zuflüsse mitnimmst: Steuererstattung, Weihnachtsgeld, Bonus.

Ein Dauerauftrag am Tag nach dem Gehaltseingang erledigt den Rest automatisch. Sobald die Zielsumme steht, leitest du denselben Betrag auf deinen ETF-Sparplan um — die Rate ist ja bereits eingeplant. Wie du sie dauerhaft festlegst, steht unter Die richtige Sparquote.

Wann du ihn anfasst

Der Puffer ist für echte Notfälle da, nicht für den Urlaub oder das neue Handy. Für geplante größere Ausgaben legst du besser separat zurück. Hast du den Notgroschen angebrochen, füllst du ihn in den Folgemonaten wieder auf, bevor die Sparrate zurück ins Depot fließt.

Häufige Fragen

Wie hoch sollte der Notgroschen sein?

Drei bis sechs Monatsausgaben gelten als Richtwert. Angestellte mit sicherem Job und ohne Familie kommen mit drei Monaten aus, Selbstständige und Alleinverdienende planen eher sechs Monate oder mehr. Maßstab sind deine Ausgaben, nicht dein Gehalt.

Wo bewahre ich den Notgroschen auf?

Auf einem Tagesgeldkonto. Dort ist das Geld täglich verfügbar, gesetzlich bis 100.000 Euro pro Bank abgesichert und schwankt nicht im Wert. Ein separates Konto hilft, den Puffer nicht versehentlich mitzuverbrauchen.

Darf ich den Notgroschen in ETFs anlegen?

Besser nicht. Aktienkurse können genau dann tief stehen, wenn du das Geld brauchst — etwa nach einem Jobverlust in einer Rezession. Dann verkaufst du im Minus und der Puffer verfehlt seinen Zweck.

Keine Anlageberatung. Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Anlageentscheidungen triffst du eigenverantwortlich. Investieren birgt Risiken bis zum Verlust des eingesetzten Kapitals.