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Kapino
Sparen & Haushalt

Die 50-30-20-Regel

Ein einfacher Verteilungsschlüssel fürs Nettoeinkommen — und wo er in der Praxis an Grenzen stößt.

Zuletzt aktualisiert am 2. August 2026

Die 50-30-20-Regel teilt dein monatliches Nettoeinkommen in drei Töpfe auf: die Hälfte für das Notwendige, knapp ein Drittel für Wünsche, ein Fünftel fürs Sparen. Statt jede Ausgabe einzeln zu kontrollieren, prüfst du nur drei Budgets. Für den Einstieg ins Haushalten ist das oft genug.

Die drei Töpfe

50 Prozent — Notwendiges. Alles, was anfällt, egal wie dein Monat läuft: Miete und Nebenkosten, Strom, Lebensmittel, Versicherungen, Mobilität zur Arbeit, Mobilfunk und Internet, Kinderbetreuung, Kreditzinsen.

30 Prozent — Wünsche. Restaurantbesuche, Streaming, Urlaub, Hobbys, Kleidung über den Bedarf hinaus, das größere Auto statt des kleineren. Dieser Topf lässt sich in einem knappen Monat am schnellsten kürzen.

20 Prozent — Sparen und Tilgen. Notgroschen, Depot, Altersvorsorge und die Tilgung von Krediten. Sondertilgungen auf ein Immobiliendarlehen zählen ebenfalls hierher, weil sie deine Restschuld senken.

Bei 2.800 Euro netto ergibt das 1.400 Euro für Fixkosten, 840 Euro für Wünsche und 560 Euro für den Vermögensaufbau.

Was die Regel gut kann

Der Schlüssel liefert in wenigen Minuten eine Diagnose. Wer nachrechnet und bei 70 Prozent Fixkosten landet, kennt sofort die Baustelle — und weiß, dass die Lösung nicht im Verzicht auf den Kaffee liegt, sondern bei Miete, Auto oder Versicherungen.

Außerdem macht die Regel Sparen zu einem festen Posten statt zu einem Rest. Die 20 Prozent gehen als Erstes ab, das restliche Budget verteilt sich auf den Monat. Diese Reihenfolge ist der eigentliche Kern, siehe auch Die richtige Sparquote.

Wo sie an Grenzen stößt

Der Schlüssel stammt aus den USA und rechnet weder mit deutschen Mieten in Ballungsräumen noch mit dem Sozialversicherungssystem. Drei Einschränkungen sind wichtig:

  • Bei niedrigen Einkommen liegen die Fixkosten strukturell über 50 Prozent. Eine 800-Euro-Miete bei 1.800 Euro netto sprengt den Topf allein.
  • In Städten wie München oder Hamburg verschlingt die Warmmiete häufig 40 Prozent des Nettos, bevor irgendetwas anderes bezahlt ist.
  • Bei hohen Einkommen ist der Schlüssel zu zaghaft. Wer 6.000 Euro netto verdient, braucht keine 1.800 Euro für Wünsche und kann deutlich mehr als 20 Prozent zurücklegen.

Verstehe die Zahlen als Startwerte, nicht als Vorgabe. Sinnvolle Varianten sind 70-20-10 für den Anfang und 50-20-30 bei gutem Einkommen — der letzte Wert ist immer der Sparanteil.

So setzt du sie um

Am einfachsten trennst du die Töpfe über Konten. Ein verbreitetes Vorgehen:

  1. Das Gehalt geht auf ein Girokonto, von dem alle Fixkosten abgebucht werden.
  2. Ein Dauerauftrag am Monatsanfang schiebt den Sparanteil auf Tagesgeldkonto und Sparplan.
  3. Der Wunsch-Anteil landet auf einem zweiten Konto mit eigener Karte — dessen Saldo zeigt dir jederzeit, was noch da ist.

Der Aufwand beschränkt sich auf die Einrichtung. Danach läuft die Aufteilung ohne dein Zutun. Welche Fixkosten sich dabei lohnenderweise senken lassen, steht unter Haushaltsbuch & Fixkosten; was am Ende aus dem Sparanteil wird, zeigt der ETF-Sparplan-Rechner.

Passende Rechner

Rechne das Gelernte direkt selbst durch.

Häufige Fragen

Wie funktioniert die 50-30-20-Regel?

Du teilst dein Nettoeinkommen in drei Töpfe: 50 Prozent für Fixkosten und Grundbedarf, 30 Prozent für persönliche Wünsche, 20 Prozent fürs Sparen und Tilgen. Die Aufteilung ersetzt das Zählen einzelner Ausgaben durch drei überschaubare Budgets.

Funktioniert die Regel auch bei kleinem Einkommen?

Nur eingeschränkt. Je niedriger das Einkommen, desto größer ist der Anteil der Fixkosten — Miete und Lebensmittel lassen sich nicht beliebig kürzen. Dann verschiebst du die Anteile, etwa auf 70-20-10, und erhöhst den Sparanteil später mit steigendem Einkommen.

Zählt die Tilgung meines Kredits zu den 20 Prozent?

Die Tilgung ja, die Zinsen nein. Tilgung baut Vermögen auf, weil deine Restschuld sinkt, und gehört damit in den Sparanteil. Zinsen sind laufende Kosten und zählen zu den 50 Prozent.

Keine Anlageberatung. Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Anlageentscheidungen triffst du eigenverantwortlich. Investieren birgt Risiken bis zum Verlust des eingesetzten Kapitals.