Bullen- & Bärenmarkt
Was steigende und fallende Märkte bedeuten.
Zuletzt aktualisiert am 9. Juli 2026
Die Begriffe Bulle und Bär stehen für die zwei Grundstimmungen der Börse. Ein Bullenmarkt bezeichnet eine Phase steigender Kurse, ein Bärenmarkt eine Phase fallender Kurse. Die Bilder stammen von der Art, wie die Tiere angreifen: Der Bulle stößt mit den Hörnern nach oben, der Bär schlägt mit der Tatze nach unten.
Die Definitionen
Damit die Begriffe messbar bleiben, haben sich grobe Schwellen eingebürgert:
- Korrektur: ein Rückgang von rund 10 Prozent vom letzten Höchststand.
- Bärenmarkt: ein Rückgang von mehr als 20 Prozent.
- Bullenmarkt: die anschließende Phase steigender Kurse bis zum nächsten Hoch.
Diese Zahlen sind Konvention, keine exakte Grenze. Sie helfen aber, Marktphasen einzuordnen, statt jede Bewegung als Krise oder Boom zu deuten.
Märkte laufen in Zyklen
Bullen- und Bärenmärkte wechseln sich ab, in unregelmäßigen Abständen und mit unterschiedlicher Dauer. Historisch waren die Bullenmärkte deutlich länger und die Kursgewinne größer als die Verluste in den kürzeren Bärenmärkten. Über lange Zeiträume ist der Trend eines breiten Aktienmarktes deshalb nach oben gerichtet — trotz zwischenzeitlicher, teils heftiger Einbrüche.
Was das für dich bedeutet
Weil niemand den Wechsel vorhersagt, ist der Versuch, rechtzeitig aus- und wieder einzusteigen, zum Scheitern verurteilt. Klüger ist es, beide Phasen auszusitzen. Im Bärenmarkt kauft dein Sparplan sogar günstiger ein. Der größte Fehler wäre, in der Angst zu verkaufen — wie es bei Panikverkäufen passiert. Was die Zyklen antreibt, hängt oft an der Geldpolitik: Der Leitzins der EZB beeinflusst maßgeblich, ob die Stimmung dreht.
Häufige Fragen
Ab wann ist es ein Bärenmarkt?
Üblicherweise, wenn ein breiter Index mehr als 20 Prozent unter seinem letzten Höchststand liegt. Ein Rückgang bis 10 Prozent heißt Korrektur, darüber wird daraus ein Bärenmarkt. Die Grenzen sind Konvention, keine Naturgesetze.
Soll ich im Bärenmarkt aufhören zu sparen?
Im Gegenteil. In fallenden Märkten bekommst du für dieselbe Sparrate mehr Anteile. Wer den Sparplan durchzieht, kauft günstig ein und profitiert überdurchschnittlich, sobald die Erholung einsetzt. Das Aussetzen kostet meist genau diese Chance.
Keine Anlageberatung. Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Anlageentscheidungen triffst du eigenverantwortlich. Investieren birgt Risiken bis zum Verlust des eingesetzten Kapitals.