Ausgabeaufschlag
Eine einmalige Vertriebsgebühr beim Kauf von Fondsanteilen, die bei aktiv gemanagten Fonds bis zu 5 Prozent betragen kann — bei ETFs fällt sie nicht an.
Auch: Agio
Zuletzt aktualisiert am 8. September 2026
Der Ausgabeaufschlag ist eine einmalige Gebühr beim Kauf von Fondsanteilen über die Fondsgesellschaft. Sie dient der Vergütung des Vertriebs und wird sofort vom Anlagebetrag abgezogen.
Was er tatsächlich kostet
Bei aktiv gemanagten Fonds liegt er häufig zwischen 3 und 5 Prozent. Von 10.000 Euro bei 5 Prozent Aufschlag werden nur 9.524 Euro investiert — 476 Euro sind sofort weg. Damit du wieder bei null bist, muss der Fonds diese 5 Prozent erst erwirtschaften.
Wichtig ist die Rechenrichtung: Der Aufschlag wird auf den Anteilswert aufgeschlagen, nicht vom Anlagebetrag abgezogen. Aus 5 Prozent Aufschlag werden dadurch effektiv rund 4,76 Prozent des eingezahlten Betrags.
Bei ETFs kein Thema
ETFs kaufst du über die Börse. Statt eines Ausgabeaufschlags zahlst du die Ordergebühr deines Brokers und den Spread — die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs. Bei einem Sparplan auf einen breiten Index liegen beide zusammen meist deutlich unter einem Prozent, viele Broker führen Sparplanraten sogar kostenlos aus.
Wo er dir sonst begegnet
Neben klassischen Fondsdepots taucht er bei vermögenswirksamen Leistungen und in Riester-Fondssparplänen auf. Auch dort gilt: Der Aufschlag wird von jeder einzelnen Rate abgezogen, nicht nur von der ersten. Bei einem VL-Vertrag über sieben Jahre summiert sich das erheblich.
Viele Fondsvermittler und Direktbanken gewähren Rabatte von 50 bis 100 Prozent auf den Aufschlag. Derselbe Fonds kann bei der Hausbank also 5 Prozent kosten und beim Vermittler nichts — das Produkt ist identisch, nur der Vertriebsweg unterscheidet sich. Ein Blick auf den Rabatt lohnt sich immer, wenn ein Fonds ohne Alternative vorgegeben ist, etwa in einem bestehenden Vertrag.
Abgrenzung
Nicht zu verwechseln mit zwei anderen Kostenarten:
- Rücknahmeabschlag (Disagio): wird beim Verkauf fällig statt beim Kauf. Bei den meisten Publikumsfonds beträgt er null.
- TER: die laufenden Kosten pro Jahr. Der Ausgabeaufschlag fällt einmalig an, die TER jedes Jahr aufs Neue — über lange Zeiträume wiegt sie deshalb schwerer.
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Häufige Fragen
Zahle ich bei ETFs einen Ausgabeaufschlag?
Nein. ETFs werden über die Börse gehandelt, nicht über die Fondsgesellschaft ausgegeben. Statt eines Aufschlags zahlst du Ordergebühren und den Spread — zusammen meist ein Bruchteil eines Prozents.
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Keine Anlageberatung. Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Anlageentscheidungen triffst du eigenverantwortlich. Investieren birgt Risiken bis zum Verlust des eingesetzten Kapitals.