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ETFs verstehen

TER & Kosten von ETFs

Welche Gebühren bei ETFs anfallen und wie du sie vergleichst.

Zuletzt aktualisiert am 9. Juli 2026

ETFs gelten als günstig, und das stimmt auch. Kostenlos sind sie aber nicht. Die wichtigste Kennzahl dafür ist die TER, die Gesamtkostenquote (englisch Total Expense Ratio). Sie sagt dir, wie viel laufende Kosten ein ETF pro Jahr verursacht — und lohnt einen genauen Blick, weil schon kleine Unterschiede über Jahrzehnte spürbar werden.

Was die TER umfasst

Die TER bündelt die laufenden jährlichen Kosten eines ETF: Verwaltung, Indexlizenz, Verwahrung und Verwaltungsaufwand. Angegeben wird sie als Prozentsatz pro Jahr, zum Beispiel 0,20 %. Breite Standard-ETFs liegen meist zwischen 0,10 und 0,25 % pro Jahr, manche sogar darunter.

Wichtig: Du überweist die TER nicht separat. Sie wird laufend direkt aus dem Fondsvermögen entnommen und mindert dadurch die Wertentwicklung. Du merkst sie also nur indirekt, in einer etwas niedrigeren Rendite.

Zum Vergleich: Aktiv gemanagte Aktienfonds verlangen häufig 1,5 % und mehr pro Jahr, oft zusätzlich einen Ausgabeaufschlag beim Kauf. Der Kostenvorteil breiter ETFs von rund einem Prozentpunkt pro Jahr ist einer der Hauptgründe, warum sie sich langfristig so oft durchsetzen.

Welche Kosten noch anfallen

Neben der TER gibt es weitere Posten, die du im Blick behalten solltest:

  • Handelskosten und Spread: Beim Kauf und Verkauf liegt zwischen An- und Verkaufskurs eine kleine Spanne, der Spread. Bei breiten, viel gehandelten ETFs ist sie gering.
  • Ordergebühren und Sparplankosten: Diese verlangt dein Broker, nicht der ETF. Viele Broker bieten Sparpläne inzwischen kostenlos oder sehr günstig an.
  • Tracking Difference: So nennt man die tatsächliche Abweichung des ETF von seinem Index über ein Jahr. Sie kann höher oder niedriger als die TER ausfallen und zeigt, wie gut der ETF seinen Index nach allen Effekten wirklich abbildet.

Warum kleine Prozentsätze über Zeit zählen

Ein halbes Prozent klingt nach wenig, summiert sich über den Zinseszins aber deutlich. Ein Beispiel: Aus einer einmaligen Anlage von 10.000 € werden bei angenommenen 6 % Marktrendite über 30 Jahre nach Kosten rund 54.300 € (bei 0,2 % TER) oder nur etwa 45.800 € (bei 0,8 % TER). Über 8.500 € Unterschied entstehen allein durch die Gebühren, bei sonst gleicher Anlage. Konkret bedeutet 0,2 % TER bei 10.000 € Vermögen rund 20 € Kosten im Jahr — wenig, aber eben jedes Jahr und auf einen wachsenden Betrag. Deshalb lohnt es sich, bei zwei ähnlichen ETFs den günstigeren zu wählen.

Wo du die Kosten findest

Die TER steht verpflichtend im Factsheet und in den Basisinformationen (KID) jedes ETF, ebenso auf den gängigen Fonds-Portalen. Dort findest du oft auch die Tracking Difference der vergangenen Jahre. Ein kurzer Blick vor dem Kauf genügt, um zwei ähnliche ETFs fair zu vergleichen. Achte dabei nicht nur auf den niedrigsten Wert: Ein ETF, der seinen Index nach allen Effekten eng abbildet, kann trotz minimal höherer TER das bessere Gesamtergebnis liefern. Beim Sparplan lohnt zusätzlich der Blick auf die Sparplangebühr deines Brokers, die bei kleinen Raten stärker ins Gewicht fällt als die TER selbst.

Häufige Fragen

Was ist eine gute TER für einen ETF?

Für breite Standard-Indizes wie den MSCI World oder FTSE All-World gelten Werte von etwa 0,10 bis 0,20 % pro Jahr als günstig. Spezielle oder exotische ETFs sind oft teurer. Ein niedriger Wert allein ist aber kein Garant — vergleiche zusätzlich die Tracking Difference.

Zahle ich die TER zusätzlich zu meiner Sparrate?

Nein. Die TER wird nicht extra abgebucht, sondern laufend aus dem Fondsvermögen entnommen. Sie steckt bereits im Kurs des ETF und mindert einfach die Wertentwicklung.

Keine Anlageberatung. Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Anlageentscheidungen triffst du eigenverantwortlich. Investieren birgt Risiken bis zum Verlust des eingesetzten Kapitals.