Basiszins
Ein jährlich vom Bundesfinanzministerium festgelegter Zinssatz, aus dem sich die Höhe der Vorabpauschale auf thesaurierende Fonds ergibt.
Zuletzt aktualisiert am 8. September 2026
Der Basiszins ist der Rechenwert hinter der Vorabpauschale. Er bildet ab, welche Rendite sich mit einer risikofreien Anlage erzielen ließe — und genau diesen Betrag unterstellt der Staat als Mindestertrag deines Fonds.
Wie er in die Rechnung eingeht
Die Bundesbank ermittelt den Basiszins zum ersten Börsentag des Jahres aus den Renditen langfristiger deutscher Staatsanleihen. Vom Ergebnis werden pauschal 30 Prozent für Kosten abgezogen; übrig bleiben 70 Prozent, die auf den Fondswert zum Jahresanfang angewendet werden.
Zwei Grenzen begrenzen das Ergebnis: Die Vorabpauschale wird nie höher als der tatsächliche Wertzuwachs des Jahres, und bei einem Verlustjahr fällt sie ganz weg. Ist der Basiszins negativ oder null, gibt es ebenfalls keine Vorabpauschale.
Der Basiszins ändert sich jedes Jahr. Für die aktuelle Zahl lohnt der Blick in die Veröffentlichung des Bundesfinanzministeriums — dieser Eintrag erklärt das Prinzip, nicht den Wert eines bestimmten Jahres.
Ein Rechenbeispiel
Angenommen, dein thesaurierender ETF ist zu Jahresbeginn 10.000 Euro wert, der Basiszins liegt bei 2,5 Prozent, und der Fonds legt im Jahr um 800 Euro zu.
Der Basisertrag beträgt 10.000 × 2,5 % × 0,7 = 175 Euro. Weil der tatsächliche Wertzuwachs mit 800 Euro darüber liegt, bleibt es bei diesen 175 Euro als Vorabpauschale. Bei einem Aktien-ETF greift zusätzlich die Teilfreistellung von 30 Prozent, sodass 122,50 Euro steuerpflichtig sind — auf die dann rund 26,4 Prozent Steuer anfallen, sofern dein Sparerpauschbetrag bereits ausgeschöpft ist.
Wäre der Fonds im selben Jahr nur um 100 Euro gestiegen, läge die Vorabpauschale bei 100 Euro statt 175. Der tatsächliche Wertzuwachs ist immer die Obergrenze.
Warum er schwankt
Der Basiszins folgt dem Zinsniveau. In den Niedrigzinsjahren 2021 und 2022 war er negativ, weshalb gar keine Vorabpauschale anfiel. Mit den Zinserhöhungen ab 2023 kehrte er ins Positive zurück und liegt seither wieder im Bereich mehrerer Prozent. Für dich heißt das: Die Vorabpauschale ist keine feste Größe, sondern schwankt von Jahr zu Jahr — und in manchen Jahren entfällt sie ganz.
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Häufige Fragen
Wer legt den Basiszins fest?
Die Deutsche Bundesbank ermittelt ihn zum ersten Börsentag des Jahres aus den Renditen langfristiger deutscher Staatsanleihen; das Bundesfinanzministerium veröffentlicht ihn anschließend. Er gilt dann für das gesamte Jahr.
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