Reale Rendite
Die Rendite nach Abzug der Inflation — sie zeigt, wie viel Kaufkraft du dazugewinnst, nicht wie stark die Zahl auf dem Konto wächst.
Auch: Realrendite, Realzins, inflationsbereinigte Rendite
Zuletzt aktualisiert am 11. September 2026
Die reale Rendite ist das, was nach der Inflation übrig bleibt. Die nominale Rendite beschreibt, wie die Zahl auf dem Konto wächst; die reale beschreibt, wie viel du dir davon am Ende mehr kaufen kannst — und nur das zählt.
Wie du sie ausrechnest
Die schnelle Näherung ist die Differenz: 5 Prozent Rendite minus 2 Prozent Inflation ergibt rund 3 Prozent real. Genau wird es über das Verhältnis:
Reale Rendite = (1 + Rendite) ÷ (1 + Inflation) − 1
Bei kleinen Werten liegen beide Wege dicht beieinander. Je höher Rendite und Inflation, desto stärker weicht die Näherung nach oben ab.
Ein Rechenbeispiel
10.000 Euro, 3 Prozent Zins, 2 Prozent Inflation, ein Jahr:
- Nominal auf dem Konto: 10.300,00 €
- Realer Wert in Preisen von heute: 10.300 € ÷ 1,02 = 10.098,04 €
- Reale Rendite: 0,98 %
Nach der Näherung wären es 1,0 Prozent — nah genug für den Überschlag. Über 30 Jahre wird aus dem kleinen Unterschied allerdings ein spürbarer Betrag.
Warum sie über lange Zeiträume entscheidet
Inflation wirkt wie ein Zinseszins mit umgekehrtem Vorzeichen. Bei 2 Prozent jährlich hat ein Euro nach 30 Jahren nur noch rund 55 Cent Kaufkraft. Wer für den Ruhestand plant, sollte deshalb konsequent in realen Größen rechnen — sonst wirkt eine Zielsumme viel üppiger, als sie später ist.
Nicht verwechseln: reale Rendite und Nettorendite
- Reale Rendite zieht die Inflation ab.
- Nettorendite zieht Steuern und Kosten ab.
Beides trifft dich nacheinander. Wer ehrlich rechnet, zieht erst Kosten und Steuern ab und bereinigt das Ergebnis anschließend um die Inflation.
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Häufige Fragen
Kann die reale Rendite negativ sein, obwohl ich Zinsen bekomme?
Ja, und das ist der Normalfall bei Tagesgeld in Zeiten hoher Inflation. Liegt der Zins bei 2 Prozent und die Inflation bei 4, verlierst du real rund 2 Prozent Kaufkraft im Jahr — trotz wachsendem Kontostand.
Mit welcher realen Rendite darf ich langfristig rechnen?
Für breit gestreute Aktienanlagen werden historisch grob 5 bis 7 Prozent nach Inflation genannt, mit erheblichen Schwankungen und langen Durststrecken. Das ist ein Anhaltspunkt aus der Vergangenheit, keine Zusage für die Zukunft.
Mehr dazu im Ratgeber
Verwandte Begriffe
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- Sparrate Der Betrag, den du in festem Rhythmus in einen Sparplan einzahlst — die wichtigste Stellschraube beim langfristigen Vermögensaufbau.
- Maximum Drawdown Der größte Rückgang vom Höchststand bis zum Tiefpunkt — die Kennzahl dafür, wie viel Verlust du unterwegs aushalten musstest.
Keine Anlageberatung. Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Anlageentscheidungen triffst du eigenverantwortlich. Investieren birgt Risiken bis zum Verlust des eingesetzten Kapitals.