Tracking Error
Das Maß dafür, wie gleichmäßig ein ETF seinem Index folgt — nicht wie weit er zurückbleibt, sondern wie stark die Abweichung schwankt.
Auch: Nachbildungsfehler, Tracking-Error
Zuletzt aktualisiert am 11. September 2026
Der Tracking Error misst, wie gleichmäßig ein ETF seinem Index folgt. Rechnerisch ist er die Standardabweichung der Renditedifferenz zwischen Fonds und Index — also die Schwankung der Abweichung, nicht ihre Höhe.
Was er beschreibt — und was nicht
Zwei ETFs können über fünf Jahre exakt gleich weit hinter ihrem Index liegen und trotzdem ganz unterschiedliche Tracking Errors haben. Der eine bleibt Monat für Monat ruhig ein Stück zurück, der andere schwankt kräftig um den Index herum und trifft am Ende zufällig denselben Punkt.
Für die Frage, was dich die Nachbildung gekostet hat, ist deshalb die Tracking Difference zuständig. Der Tracking Error beantwortet eine andere Frage: wie verlässlich der Fonds den Index nachzeichnet.
Ein Rechenbeispiel
Zwei Fonds auf denselben Index, jeweils vier Jahre mit dieser jährlichen Abweichung vom Index:
- Fonds A: −0,15 %, −0,18 %, −0,14 %, −0,17 % — im Schnitt −0,16 %
- Fonds B: +0,60 %, −0,90 %, +0,45 %, −0,79 % — im Schnitt −0,16 %
Beide haben dieselbe Tracking Difference. Der Tracking Error von Fonds A liegt nahe null, der von Fonds B bei rund 0,7 Prozentpunkten. Wer auf Verlässlichkeit angewiesen ist, wählt A — wer nur langfristig spart, merkt vom Unterschied nichts.
Woher die Abweichung kommt
Die üblichen Quellen: Der Fonds hält nicht alle Indextitel, sondern eine repräsentative Auswahl. Indexanpassungen werden mit leichtem Zeitversatz nachvollzogen. Dividenden fließen später zu, als der Index sie unterstellt. Und bei Fremdwährungen wirken Wechselkurse zu unterschiedlichen Stichtagen.
Nicht verwechseln: Tracking Error und Volatilität
- Volatilität misst die Schwankung des Fonds selbst.
- Tracking Error misst die Schwankung seines Abstands zum Index.
Ein ETF auf einen schwankungsfreudigen Index hat eine hohe Volatilität und kann dabei einen sehr niedrigen Tracking Error haben — er macht die Ausschläge des Index einfach exakt mit.
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Häufige Fragen
Sollte ich ETFs nach dem Tracking Error auswählen?
Für einen Sparplan ist die Tracking Difference die wichtigere Zahl — sie sagt, wie viel Rendite dich die Nachbildung gekostet hat. Der Tracking Error beschreibt nur die Gleichmäßigkeit und ist vor allem für institutionelle Anleger relevant.
Was ist ein guter Wert?
Bei physisch voll replizierenden ETFs auf große, liquide Indizes liegt er meist deutlich unter einem Prozent. Höhere Werte finden sich bei Sampling-Verfahren und bei Indizes mit vielen kleinen oder schwer handelbaren Titeln.
Mehr dazu im Ratgeber
Verwandte Begriffe
- Tracking Difference Die tatsächliche Abweichung zwischen der Rendite eines ETF und der seines Index — aussagekräftiger als die TER allein.
- Indexfonds Ein Fonds, der keinen eigenen Weg sucht, sondern einen Index möglichst genau nachbildet — die Bauart hinter jedem ETF.
- Volatilität Das Maß dafür, wie stark der Kurs einer Anlage um seinen Mittelwert schwankt — die gängigste Kennzahl für Risiko.
Keine Anlageberatung. Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Anlageentscheidungen triffst du eigenverantwortlich. Investieren birgt Risiken bis zum Verlust des eingesetzten Kapitals.