Spread
Die Spanne zwischen An- und Verkaufskurs eines Wertpapiers — eine Handelsgebühr, die niemand in Rechnung stellt und die trotzdem jeder zahlt.
Auch: Geld-Brief-Spanne, Bid-Ask-Spread
Zuletzt aktualisiert am 11. September 2026
Für jedes Wertpapier stehen an der Börse gleichzeitig zwei Kurse: der Geldkurs, zu dem jemand kaufen will, und der etwas höhere Briefkurs, zu dem jemand verkaufen will. Der Abstand dazwischen ist der Spread — und du zahlst ihn bei jedem Handel mit, ohne ihn je auf einer Abrechnung zu sehen.
Wie er entsteht
Hinter den Kursen stehen Market Maker, die jederzeit an- und verkaufen. Sie gehen damit ein Risiko ein und verdienen an der Spanne. Je liquider ein Papier, desto kleiner darf diese Spanne sein — bei großen Index-ETFs liegt sie oft bei wenigen Hundertstel Prozent, bei engen Nischenmärkten deutlich höher.
Ein Rechenbeispiel
Ein ETF steht bei Geld 99,95 Euro und Brief 100,05 Euro. Die Spanne beträgt 0,10 Euro, also 0,10 Prozent vom Mittelkurs. Du kaufst für 5.000 Euro:
- Fairer Mittelkurs: 100,00 €
- Dein Kaufkurs: 100,05 €
- Aufschlag gegenüber dem Mittelkurs: 0,05 %
- Kosten in Euro: 2,50 €
Verkaufst du später zum Geldkurs, fallen noch einmal rund 2,50 Euro an. Bei einem Sparplan über 200 Euro monatlich sind es je Ausführung zehn Cent — messbar, aber neben der Ordergebühr klein.
Wie du ihn klein hältst
Handle während der Haupthandelszeiten, wenn der Referenzmarkt der enthaltenen Aktien geöffnet ist. Meide die ersten Minuten nach Börsenstart. Bei größeren Beträgen lohnt eine Limit Order, die dir eine Obergrenze sichert, statt zum nächstbesten Kurs auszuführen.
Nicht verwechseln: Spread und Ordergebühr
- Ordergebühr stellt dein Broker in Rechnung, sie steht auf der Abrechnung.
- Spread zahlst du im Kurs, unsichtbar und unabhängig vom Broker.
Ein Angebot mit null Euro Ordergebühr ist deshalb nicht automatisch günstig — die Transaktionskosten sind erst mit dem Spread vollständig.
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Häufige Fragen
Wann ist der Spread besonders groß?
Außerhalb der Haupthandelszeiten, in den ersten und letzten Handelsminuten, bei Nebenwerten und Schwellenländer-ETFs sowie in hektischen Marktphasen. Für Sparpläne spielt das kaum eine Rolle, für größere Einmalkäufe schon.
Zahle ich den Spread einmal oder zweimal?
Wirtschaftlich einmal je Kauf und einmal je Verkauf — jeweils etwa die Hälfte der Spanne gegenüber dem fairen Mittelkurs. Wer häufig umschichtet, zahlt ihn entsprechend oft.
Mehr dazu im Ratgeber
Verwandte Begriffe
- Transaktionskosten Alle Kosten einer Order zusammen — Ordergebühr, Handelsplatzentgelt und Spread. Sie fallen je Kauf an, nicht laufend wie die TER.
- Handelsplatz Der Ort, an dem deine Order ausgeführt wird — Börse oder außerbörslicher Handelspartner. Die Wahl beeinflusst Gebühr, Spread und Handelszeiten.
- Limit Order Eine Order mit Preisgrenze — sie wird nur zu deinem Wunschkurs oder besser ausgeführt, dafür kann sie auch unausgeführt bleiben.
Keine Anlageberatung. Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Anlageentscheidungen triffst du eigenverantwortlich. Investieren birgt Risiken bis zum Verlust des eingesetzten Kapitals.