Transaktionskosten
Alle Kosten einer Order zusammen — Ordergebühr, Handelsplatzentgelt und Spread. Sie fallen je Kauf an, nicht laufend wie die TER.
Auch: Ordergebühren, Handelskosten
Zuletzt aktualisiert am 11. September 2026
Transaktionskosten sind alles, was ein einzelner Kauf oder Verkauf kostet. Anders als die laufende Kostenquote eines Fonds, die jedes Jahr am Vermögen zehrt, treffen sie dich punktuell — dafür bei jeder weiteren Order erneut.
Woraus sie sich zusammensetzen
- Ordergebühr des Brokers: fest, prozentual oder als Mischung aus Grundgebühr und Anteil.
- Handelsplatzentgelt: je nach Handelsplatz ein paar Cent bis wenige Euro, außerbörslich oft null.
- Spread: die Spanne zwischen An- und Verkaufskurs, unsichtbar im Kurs enthalten.
- Fremdspesen bei ausländischen Börsen, meist nur bei Einzelaktien relevant.
Ein Rechenbeispiel
Eine Order über 1.000 Euro bei einem Broker mit 4,90 Euro Grundgebühr, 2,50 Euro Handelsplatzentgelt und einem Spread von 0,10 Prozent:
- Ordergebühr: 4,90 €
- Handelsplatzentgelt: 2,50 €
- Halber Spread: 0,50 €
- Zusammen: 7,90 €, also 0,79 % des Anlagebetrags
Dieselbe Order über 5.000 Euro kostet 7,40 Euro fest plus 2,50 Euro halben Spread, zusammen 9,90 Euro — nur noch 0,20 Prozent. Die feste Gebühr verteilt sich auf mehr Kapital.
Warum sie besonders am Anfang wehtun
0,79 Prozent klingen klein, sind aber der Betrag, den deine Anlage erst wieder verdienen muss. Bei monatlichen Käufen über kleine Beträge summiert sich das: Zwölf Orders zu je 7,90 Euro sind 94,80 Euro im Jahr — bei 200 Euro Rate rund vier Prozent der gesamten Sparleistung.
Genau deshalb sind kostenlose Sparpläne für den Vermögensaufbau so wirkungsvoll. Sie senken diesen Posten praktisch auf den Spread.
Nicht verwechseln: Transaktionskosten und TER
- Transaktionskosten fallen je Order an und hängen an deinem Verhalten.
- TER läuft dauerhaft auf das gesamte Fondsvermögen, unabhängig davon, ob du handelst.
Wer selten kauft und lange hält, drückt den ersten Posten fast auf null — den zweiten trägt er weiter.
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Häufige Fragen
Sind kostenlose Sparpläne wirklich kostenlos?
Die Ordergebühr entfällt, der Spread bleibt. Manche Anbieter führen kostenlose Sparpläne zudem nur über einen bestimmten Handelsplatz oder zu einem festen Zeitpunkt aus, was den Spread etwas erhöhen kann. Unterm Strich sind sie trotzdem deutlich günstiger als eine bezahlte Order.
Lohnt es sich, seltener und dafür größer zu kaufen?
Bei einer festen Gebühr je Order ja — sie fällt prozentual umso weniger ins Gewicht, je größer der Betrag ist. Bei prozentualen Gebühren oder kostenlosen Sparplänen bringt das Sammeln nichts und kostet Zeit im Markt.
Mehr dazu im Ratgeber
Verwandte Begriffe
- Spread Die Spanne zwischen An- und Verkaufskurs eines Wertpapiers — eine Handelsgebühr, die niemand in Rechnung stellt und die trotzdem jeder zahlt.
- Ausgabeaufschlag Eine einmalige Vertriebsgebühr beim Kauf von Fondsanteilen, die bei aktiv gemanagten Fonds bis zu 5 Prozent betragen kann — bei ETFs fällt sie nicht an.
- Handelsplatz Der Ort, an dem deine Order ausgeführt wird — Börse oder außerbörslicher Handelspartner. Die Wahl beeinflusst Gebühr, Spread und Handelszeiten.
Keine Anlageberatung. Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Anlageentscheidungen triffst du eigenverantwortlich. Investieren birgt Risiken bis zum Verlust des eingesetzten Kapitals.