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Kapino
Lexikon

Anleihe

Börse

Ein verzinstes Darlehen an einen Staat oder ein Unternehmen — der Käufer wird Gläubiger, nicht Miteigentümer.

Auch: Bond, Rentenpapier, Schuldverschreibung

Zuletzt aktualisiert am 11. September 2026

Wer eine Anleihe kauft, leiht einem Staat oder Unternehmen Geld. Anders als beim Kauf einer Aktie wirst du dadurch nicht Miteigentümer, sondern Gläubiger — mit festem Zinsanspruch und einem Rückzahlungstermin.

Wie sie verzinst wird

Drei Größen beschreiben jede Anleihe: der Nennwert, der am Ende zurückgezahlt wird, der Kupon als jährlicher Zinssatz darauf, und die Laufzeit bis zur Fälligkeit. Eine Anleihe mit 1.000 Euro Nennwert und 3 Prozent Kupon zahlt jedes Jahr 30 Euro, egal wie der Kurs steht.

Der Kupon ist fest, der Kurs nicht. Gehandelt wird in Prozent des Nennwerts: Ein Kurs von 98 bedeutet, dass du für 1.000 Euro Nennwert 980 Euro zahlst.

Warum der Kurs schwankt

Steigt das allgemeine Zinsniveau, werden neu ausgegebene Anleihen attraktiver. Ältere Papiere mit niedrigerem Kupon müssen im Preis nachgeben, bis ihre Gesamtrendite wieder zum Markt passt. Fällt das Zinsniveau, passiert das Umgekehrte. Deshalb hängt der Anleihemarkt so eng am Leitzins.

Je länger die Restlaufzeit, desto stärker schlägt das durch — ein Papier mit zehn Jahren Restlaufzeit reagiert deutlich heftiger als eines mit zwei.

Ein Rechenbeispiel

Du kaufst eine Anleihe über 5.000 Euro Nennwert zum Kurs von 98, Kupon 3 Prozent, Restlaufzeit vier Jahre:

  • Kaufpreis: 5.000 € × 0,98 = 4.900 €
  • Zinsen über vier Jahre: 4 × 150 € = 600 €
  • Rückzahlung zum Nennwert: 5.000 €
  • Gesamtertrag: 600 € + 100 € Kursgewinn = 700 €

Auf den Einsatz von 4.900 Euro sind das rund 3,5 Prozent pro Jahr — mehr als der Kupon, weil du unter Nennwert gekauft hast.

Nicht verwechseln: Anleihe und Festgeld

Beide zahlen feste Zinsen, verhalten sich aber unterschiedlich:

  • Festgeld hat keinen Kurs. Du bekommst am Ende Einlage plus Zins und bist bis 100.000 Euro über die Einlagensicherung geschützt.
  • Anleihe ist ein Wertpapier mit täglichem Kurs. Du kannst jederzeit verkaufen — zum dann gültigen Preis, der über oder unter deinem Einstand liegen kann.

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Häufige Fragen

Warum fallen Anleihekurse, wenn die Zinsen steigen?

Weil neue Anleihen dann mehr Zinsen bieten. Deine alte Anleihe mit niedrigem Kupon wird nur noch gekauft, wenn ihr Preis sinkt — so weit, bis die Rendite bis zur Fälligkeit wieder marktüblich ist. Hältst du sie bis zum Ende, bekommst du trotzdem den vollen Nennwert zurück.

Sind Anleihen sicher?

Sicherer als Aktien, aber nicht risikolos. Zwei Risiken bleiben: Der Schuldner kann ausfallen, und der Kurs schwankt während der Laufzeit mit dem Zinsniveau. Bei Staatsanleihen bonitätsstarker Länder ist das Ausfallrisiko sehr gering.

Keine Anlageberatung. Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Anlageentscheidungen triffst du eigenverantwortlich. Investieren birgt Risiken bis zum Verlust des eingesetzten Kapitals.