Ausschüttung
Die Auszahlung der Fondserträge auf dein Verrechnungskonto — das Gegenstück zur Thesaurierung.
Auch: ausschüttend, Fondsausschüttung
Zuletzt aktualisiert am 11. September 2026
Ein ausschüttender Fonds gibt seine Erträge weiter, statt sie zu behalten. Zinsen und Dividenden der enthaltenen Papiere werden gesammelt und zu festen Terminen auf dein Verrechnungskonto überwiesen. Die Zahl deiner Anteile bleibt gleich, ihr Kurs sinkt am Ausschüttungstag um den ausgezahlten Betrag.
Wann sie sich anbietet
Zwei Situationen sprechen für ausschüttende Fonds. In der Entnahmephase liefern sie einen regelmäßigen Zahlungsstrom, ohne dass du Anteile verkaufen musst. Und in der Ansparphase helfen sie, den Sparerpauschbetrag planvoll auszunutzen: Die Ausschüttung kommt zu einem bekannten Termin in bekannter Größenordnung.
Wer dagegen aufbaut und den Freibetrag ohnehin ausschöpft, hat mit der Thesaurierung weniger Arbeit — sie legt automatisch wieder an, ohne Ordergebühr und ohne Restbeträge.
Ein Rechenbeispiel
Depot mit 50.000 Euro in einem ETF mit 2,5 Prozent Ausschüttungsrendite, Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro noch frei:
- Ausschüttung im Jahr: 2,5 % von 50.000 € = 1.250 €
- Davon steuerfrei über den Freibetrag: 1.000 €
- Zu versteuern: 250 €
- Steuer darauf (26,375 %): 65,94 €
Bei 40.000 Euro Depotwert läge die Ausschüttung bei 1.000 Euro und damit exakt im Freibetrag — oberhalb dieser Grenze beginnt die Steuer. Bei Aktien-ETFs greift zusätzlich die Teilfreistellung, die 30 Prozent der Erträge von vornherein ausnimmt.
Der Kursabschlag
Am Ausschüttungstag eröffnet der Fonds um den ausgezahlten Betrag niedriger. Das Geld hat den Fonds verlassen, also sinkt der Anteilswert entsprechend — eine Ausschüttung ist damit kein zusätzlicher Ertrag, sondern eine Umbuchung aus dem Kurs auf dein Konto.
Nicht verwechseln: Ausschüttung und Rendite
- Ausschüttung ist der ausgezahlte Betrag — ein Teil der Gesamtrendite, nicht ihre Summe.
- Gesamtrendite umfasst zusätzlich die Kursentwicklung, die bei breiten Aktienindizes den größeren Teil ausmacht.
Ein Fonds mit hoher Ausschüttungsquote ist deshalb nicht automatisch der ertragreichere.
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Häufige Fragen
Wie oft schüttet ein ETF aus?
Das legt der Fonds fest: jährlich, halbjährlich, vierteljährlich oder monatlich. Die Termine stehen im Factsheet. Die Höhe schwankt mit den Erträgen der enthaltenen Unternehmen und ist nie zugesagt.
Ist ein ausschüttender ETF steuerlich besser?
In der Ansparphase oft ja, solange dein Sparerpauschbetrag nicht ausgeschöpft ist — die Ausschüttung füllt ihn planbar, während die Vorabpauschale bei thesaurierenden Fonds klein ausfallen kann. Ist der Freibetrag ohnehin voll, verschwindet der Unterschied weitgehend.
Mehr dazu im Ratgeber
Verwandte Begriffe
- Thesaurierung Die automatische Wiederanlage der Erträge im Fonds — sie erhöhen den Anteilswert, statt auf dein Konto ausgezahlt zu werden.
- Dividende Der Teil des Unternehmensgewinns, den eine Aktiengesellschaft an ihre Aktionäre ausschüttet — in Deutschland meist einmal im Jahr.
- Dividendenrendite Die jährliche Ausschüttung eines Wertpapiers im Verhältnis zu seinem Kurs, angegeben in Prozent.
Keine Anlageberatung. Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Anlageentscheidungen triffst du eigenverantwortlich. Investieren birgt Risiken bis zum Verlust des eingesetzten Kapitals.