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Lexikon

Dividende

Börse

Der Teil des Unternehmensgewinns, den eine Aktiengesellschaft an ihre Aktionäre ausschüttet — in Deutschland meist einmal im Jahr.

Auch: Gewinnausschüttung, Gewinnbeteiligung

Zuletzt aktualisiert am 11. September 2026

Eine Dividende ist der Teil des Jahresgewinns, den ein Unternehmen an seine Aktionäre auszahlt statt ihn einzubehalten. Über die Höhe entscheidet die Hauptversammlung auf Vorschlag des Vorstands — anders als bei einer Anleihe gibt es keinen Anspruch darauf.

Wie sie ausgezahlt wird

In Deutschland ist eine jährliche Zahlung üblich, in den USA vierteljährlich. Der Betrag wird je Aktie angegeben: 2,40 Euro je Aktie bedeutet bei 100 Aktien im Depot 240 Euro brutto.

Deine Bank behält davon Abgeltungssteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer ein, sofern dein Freibetrag ausgeschöpft ist. Bei ausländischen Aktien kommt vorab die Quellensteuer des Heimatlands dazu.

Der Dividendenabschlag

Am ersten Handelstag ohne Dividendenanspruch eröffnet die Aktie rechnerisch um den Ausschüttungsbetrag niedriger. Das Geld verlässt das Unternehmen, also sinkt sein Wert entsprechend — eine Dividende ist damit kein zusätzlicher Ertrag, sondern zunächst eine Umschichtung aus dem Kurs auf dein Konto.

Das ist der Kern des häufigsten Missverständnisses: Wer eine Aktie kurz vor dem Stichtag kauft, um die Ausschüttung mitzunehmen, gewinnt nichts. Nach Steuern bleibt sogar weniger übrig als vorher.

Ein Rechenbeispiel

100 Aktien, Kurs 60 Euro, Dividende 2,40 Euro je Aktie, Sparerpauschbetrag ausgeschöpft:

  • Depotwert vorher: 100 × 60 € = 6.000 €
  • Dividende brutto: 100 × 2,40 € = 240 €
  • Steuern (26,375 %): 63,30 €
  • Gutschrift: 176,70 €
  • Kurs am Tag danach rechnerisch: 57,60 €, Depotwert 5.760 €

Zusammen sind das 5.936,70 Euro statt 6.000 Euro. Der Unterschied ist exakt die abgeführte Steuer.

Nicht verwechseln: Dividende und Dividendenrendite

  • Dividende ist ein Euro-Betrag je Aktie — 2,40 Euro.
  • Dividendenrendite setzt diesen Betrag ins Verhältnis zum Kurs — bei 60 Euro sind das 4 Prozent.

Die Rendite verändert sich also täglich mit dem Kurs, obwohl die Ausschüttung selbst gleich bleibt.

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Häufige Fragen

Ist eine hohe Dividende ein gutes Zeichen?

Nicht automatisch. Eine hohe Ausschüttungsquote kann bedeuten, dass ein Unternehmen keine lohnenden Investitionen mehr findet. Auch rechnerisch steigt die Dividendenrendite, wenn der Kurs fällt — ein hoher Wert ist deshalb manchmal eher Warnsignal als Qualitätsmerkmal.

Wann bekomme ich die Dividende?

Nach dem Beschluss der Hauptversammlung. Entscheidend ist, dass du die Aktie am Tag der Hauptversammlung im Depot hast; am Handelstag danach wird sie ohne Dividendenanspruch gehandelt. Die Gutschrift auf dem Verrechnungskonto folgt wenige Tage später.

Keine Anlageberatung. Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Anlageentscheidungen triffst du eigenverantwortlich. Investieren birgt Risiken bis zum Verlust des eingesetzten Kapitals.