Der ETF-Entnahmeplan
Wie du im Ruhestand planvoll aus deinem Vermögen entnimmst.
Zuletzt aktualisiert am 9. Juli 2026
Ein Entnahmeplan kehrt das Sparen um: Statt monatlich einzuzahlen, entnimmst du im Ruhestand regelmäßig Geld aus deinem Depot. Der entscheidende Vorteil gegenüber dem kompletten Verkauf — dein Kapital bleibt investiert und wächst weiter, während du es Stück für Stück auszahlst.
Wie ein Entnahmeplan funktioniert
Du legst eine monatliche Auszahlung fest und verkaufst dafür Anteile deines ETF. Weil der verbleibende Bestand weiter am Markt arbeitet, reicht das Kapital länger, als wenn es unverzinst auf dem Konto läge. Wie lange genau, hängt an drei Größen: der Höhe der Entnahme, der Rendite deines Depots und der Inflation, die deine Auszahlung über die Jahre entwertet.
Das Reihenfolgerisiko
Die Reihenfolge der jährlichen Renditen entscheidet fast so stark mit wie ihr Durchschnitt. Fallen die Kurse in den ersten Jahren deiner Entnahme stark, verkaufst du viele Anteile zu niedrigen Preisen — dieses Kapital fehlt dauerhaft, auch wenn der Markt sich später erholt. Fachleute nennen das Reihenfolgerisiko. Es ist der Grund, warum die Entnahmephase heikler ist als die Ansparphase.
Feste oder flexible Entnahme
Zwei Wege gibt es:
- Feste Entnahme: Du hebst jeden Monat denselben Betrag ab. Das ist planbar, kann aber in einer langen Schwächephase das Kapital zu schnell aufzehren.
- Flexible Entnahme: Du passt die Auszahlung an die Marktlage an und nimmst in schwachen Jahren weniger. Das schont das Kapital, verlangt aber mehr Disziplin und einen finanziellen Puffer.
Ein Polster aus Tagesgeld für zwei bis drei Jahresausgaben hilft, schwache Börsenjahre auszusitzen, ohne Anteile im Tief verkaufen zu müssen.
Wie lange reicht dein Kapital?
Wie viele Jahre dein Vermögen bei einer bestimmten Entnahme trägt, spielst du im Entnahme-Rechner durch. Eine bekannte Faustformel für die nachhaltige Entnahmehöhe liefert die 4%-Regel.
Passende Rechner
Rechne das Gelernte direkt selbst durch.
Häufige Fragen
Muss ich zum Ruhestand alles verkaufen?
Nein. Beim Entnahmeplan bleibt dein Kapital investiert und arbeitet weiter. Du verkaufst nur so viele Anteile, wie du für deine monatliche Auszahlung brauchst. Der Rest kann weiter wachsen, was die Auszahlungsphase deutlich verlängert.
Was passiert bei einem Crash kurz nach Rentenbeginn?
Das ist das größte Risiko eines Entnahmeplans. Fallen die Kurse zu Beginn stark, während du schon entnimmst, zehrt das dauerhaft am Kapital. Ein Puffer aus Tagesgeld für die ersten Jahre und eine flexible Entnahme in schwachen Jahren entschärfen dieses Reihenfolgerisiko.
Keine Anlageberatung. Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Anlageentscheidungen triffst du eigenverantwortlich. Investieren birgt Risiken bis zum Verlust des eingesetzten Kapitals.