Das Drei-Säulen-Modell
Wie sich die Altersvorsorge in Deutschland zusammensetzt.
Zuletzt aktualisiert am 9. Juli 2026
Die Altersvorsorge in Deutschland ruht auf drei Säulen: der gesetzlichen Rente, der betrieblichen Altersvorsorge und der privaten Vorsorge. Jede Säule funktioniert anders und keine trägt den Ruhestand allein. Wer seinen Lebensstandard halten will, kombiniert alle drei.
Erste Säule: die gesetzliche Rente
Die gesetzliche Rente ist für die meisten das Fundament. Du zahlst als Arbeitnehmer verpflichtend ein, dein Arbeitgeber zahlt denselben Betrag dazu. Aus deinen Beiträgen entstehen Rentenpunkte, aus denen sich später deine Rente berechnet. Das System läuft über ein Umlageverfahren: Die heutigen Beitragszahler finanzieren die heutigen Rentner. Weil immer weniger Erwerbstätige immer mehr Rentner tragen, sinkt das Rentenniveau langfristig — von heute rund 48 Prozent des Durchschnittslohns weiter nach unten.
Zweite Säule: die betriebliche Altersvorsorge
Über deinen Arbeitgeber kannst du einen Teil des Bruttogehalts in eine Betriebsrente umwandeln. Der Vorteil: Die Beiträge sind zunächst steuer- und oft sozialabgabenfrei, und viele Arbeitgeber legen einen Zuschuss obendrauf. Im Ruhestand wird die Auszahlung dann versteuert. Ob sich das rechnet, hängt vor allem vom Arbeitgeberzuschuss und den Kosten des gewählten Vertrags ab.
Dritte Säule: die private Vorsorge
Die dritte Säule baust du selbst auf — über einen ETF-Sparplan, eine private Rentenversicherung oder geförderte Produkte. Hier hast du die volle Kontrolle über Höhe, Anlage und Flexibilität. Für viele ist ein breit gestreuter, kostengünstiger ETF-Sparplan der einfachste Weg, die Lücke der ersten Säule zu schließen.
Warum die Kombination zählt
Verlass dich nicht auf eine Säule allein. Wie groß der Teil ist, den du privat stemmen musst, zeigt deine Rentenlücke. Steht das angesparte Kapital, geht es im Ruhestand um die Frage, wie du es klug entnimmst — dazu mehr im Entnahmeplan.
Häufige Fragen
Auf welche Säule sollte ich mich verlassen?
Auf keine allein. Die gesetzliche Rente bildet das Fundament, reicht aber selten aus. Betriebliche und private Vorsorge füllen die Lücke. Welche Mischung für dich passt, hängt von Arbeitgeber, Einkommen und deiner Sparfähigkeit ab.
Lohnt sich die betriebliche Altersvorsorge?
Oft ja, besonders wenn dein Arbeitgeber etwas dazugibt. Dieser Zuschuss ist eine sofortige Rendite auf deine Einzahlung. Ohne Arbeitgeberzuschuss lohnt sich ein genauer Blick auf Kosten und Steuer im Vergleich zum ETF-Sparplan.
Keine Anlageberatung. Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Anlageentscheidungen triffst du eigenverantwortlich. Investieren birgt Risiken bis zum Verlust des eingesetzten Kapitals.