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Altersvorsorgedepot & staatliche Förderung

Ab 2027 löst das Altersvorsorgedepot die Riester-Rente ab: Zulagen bis 540 Euro im Jahr, freie ETF-Auswahl und keine Pflicht zur Beitragsgarantie.

Zuletzt aktualisiert am 2. August 2026

Der Bundestag hat die Reform der privaten Altersvorsorge im März 2026 beschlossen, der Bundesrat im Mai zugestimmt. Zum 1. Januar 2027 gibt es damit ein neues gefördertes Produkt: das Altersvorsorgedepot. Es löst die Riester-Rente für Neuverträge ab und erlaubt zum ersten Mal, staatlich geförderte Altersvorsorge in ETFs anzulegen — ohne die Beitragsgarantie, die bei Riester die Renditechancen gedrückt hat.

Was das Altersvorsorgedepot ist

Ein Altersvorsorgedepot ist ein Wertpapierdepot mit Zweckbindung. Du zahlst monatlich oder jährlich ein, der Staat legt Zulagen obendrauf, und das Kapital bleibt bis zum Rentenbeginn gebunden. Dafür bleiben Kursgewinne und Ausschüttungen in der Ansparphase steuerfrei — anders als im freien Depot, wo jedes Jahr die Vorabpauschale anfällt.

Welche Wertpapiere hineindürfen, regelt eine Positivliste; breit gestreute Aktien-ETFs gehören dazu. Zur Wahl stehen drei Ausbaustufen, vom selbst zusammengestellten Depot bis zum Produkt mit Beitragsgarantie. Die Unterschiede stehen unter Depot, Standarddepot oder Garantie.

Wie viel der Staat dazugibt

Die Förderung fließt als Zulage direkt in deinen Vertrag:

  • Grundzulage: bis zu 540 Euro im Jahr, gestaffelt nach deinem Eigenbeitrag.
  • Kinderzulage: bis zu 300 Euro pro Kind und Jahr.
  • Berufseinsteigerbonus: einmalig 200 Euro für alle, die bei Vertragsbeginn unter 25 sind.

Wie sich diese Beträge im Einzelnen berechnen und wann zusätzlich der Sonderausgabenabzug greift, steht unter Zulagen und Förderung. Wer überhaupt förderberechtigt ist — erstmals auch Selbstständige — klärt Für wen sich das Altersvorsorgedepot lohnt.

Was in deinem Fall herauskommt, rechnet der Altersvorsorgedepot-Rechner durch — mit deinen Kindern, deinem Steuersatz und im direkten Vergleich mit einem freien ETF-Sparplan.

Was im Alter herauskommt

Ausgezahlt wird frühestens mit 65, spätestens ab 70. Du wählst zwischen einer lebenslangen Rente und einem Auszahlplan, der mindestens bis zum vollendeten 85. Lebensjahr läuft. Die Steuer fällt erst in dieser Phase an, dafür auf den vollen Betrag; die Details stehen unter Auszahlung und Besteuerung.

Wie groß deine Versorgungslücke überhaupt ist, rechnest du vorher im Rentenlücke-Rechner durch. Die Systematik dahinter erklärt die Themenwelt Altersvorsorge & Ruhestand.

Riester-Vertrag, freies Depot oder beides

Bestehende Riester-Verträge laufen weiter, niemand muss wechseln. Welche drei Wege offenstehen und wann sich der Wechsel rechnet, behandelt Riester behalten oder wechseln.

Die zweite Frage betrifft alle, die schon einen Sparplan laufen haben: Zulagen und Steuerstundung auf der einen Seite, freier Zugriff auf der anderen. Beide Rechnungen stehen im Vergleich mit dem freien ETF-Sparplan.

Was noch offen ist

Das Gesetz steht, die Produkte nicht. Bis zum Start im Januar 2027 müssen Banken und Broker ihre Depots erst auflegen — welche Anbieter zu welchen Konditionen antreten, weiß derzeit niemand. Auch die Verordnung zum öffentlich angebotenen Standarddepot liegt noch nicht vor.

Wer jetzt schon Werbung für ein Altersvorsorgedepot sieht, wartet deshalb besser die konkreten Effektivkosten ab. Bei einem Vertrag, der vier Jahrzehnte laufen soll, entscheidet ein halber Prozentpunkt Kosten über einen erheblichen Teil des Endvermögens.

Häufige Fragen

Was ist das Altersvorsorgedepot?

Ein Wertpapierdepot für die Altersvorsorge, das der Staat mit Zulagen fördert. Du zahlst regelmäßig ein und legst das Geld in Fonds oder ETFs an, dafür bleiben die Erträge bis zum Rentenbeginn steuerfrei. Im Gegenzug ist das Kapital bis mindestens zum 65. Lebensjahr gebunden.

Ab wann gibt es das Altersvorsorgedepot?

Ab dem 1. Januar 2027. Das Altersvorsorgereformgesetz hat den Bundestag am 27. März 2026 und den Bundesrat am 8. Mai 2026 passiert. Welche Banken und Broker zum Start welche Produkte anbieten, steht allerdings noch nicht fest.

Lohnt sich das Altersvorsorgedepot gegenüber einem normalen ETF-Sparplan?

Das hängt an der Förderquote. Wer mehrere Kinderzulagen bekommt oder einen hohen Steuersatz hat, holt aus den ersten 1.800 Euro pro Jahr deutlich mehr heraus als aus einem freien Sparplan. Wer maximale Flexibilität braucht und jederzeit an sein Geld können muss, fährt mit dem freien Depot besser.

Keine Anlageberatung. Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Anlageentscheidungen triffst du eigenverantwortlich. Investieren birgt Risiken bis zum Verlust des eingesetzten Kapitals.