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Kapino
Lexikon

Riester-Rente

Altersvorsorge

Die staatlich geförderte private Altersvorsorge mit Zulagen und Beitragsgarantie — ab 2027 für Neuverträge vom Altersvorsorgedepot abgelöst.

Auch: Riester, Riester-Vertrag

Zuletzt aktualisiert am 11. September 2026

Die Riester-Rente ist die seit 2002 staatlich geförderte private Altersvorsorge in Deutschland. Sie sollte die sinkende gesetzliche Rente ausgleichen — finanziert über Zulagen und Steuervorteile, abgesichert über eine gesetzlich vorgeschriebene Beitragsgarantie.

Wie die Förderung funktioniert

Zwei Bausteine: eine jährliche Grundzulage von 175 Euro und eine Kinderzulage von 185 Euro je Kind, für ab 2008 geborene Kinder 300 Euro. Wer beim Abschluss unter 25 war, bekam einmalig 200 Euro extra.

Den vollen Betrag bekommt nur, wer mindestens 4 Prozent seines Vorjahres-Bruttoeinkommens einzahlt, Zulagen eingerechnet, gedeckelt bei 2.100 Euro im Jahr. Wer weniger zahlt, bekommt die Zulagen anteilig gekürzt. Zusätzlich prüft das Finanzamt über die Günstigerprüfung, ob der Sonderausgabenabzug mehr bringt als die Zulagen.

Ein Rechenbeispiel

Eine Angestellte mit 40.000 Euro Bruttoeinkommen und zwei Kindern, beide nach 2008 geboren:

  • Mindesteigenbeitrag: 4 % von 40.000 € = 1.600 €
  • Zulagen: 175 € + 2 × 300 € = 775 €
  • Davon abgezogen bleibt als eigene Einzahlung: 825 €
  • Im Vertrag landen: 1.600 €

Auf 825 Euro eigenes Geld kommen 775 Euro vom Staat — fast eine Verdopplung. Genau diese Quote macht Riester für Familien attraktiv, während sie für Kinderlose mit hohem Einkommen mager ausfällt.

Warum das Produkt in der Kritik steht

Die Beitragsgarantie verlangt, dass zu Rentenbeginn mindestens alle Einzahlungen plus Zulagen verfügbar sind. In der Niedrigzinsphase zwang das die Anbieter in Anleihen statt in Aktien — bei gleichzeitig hohen Abschluss- und Verwaltungskosten. Bei vielen Verträgen blieb nach Kosten kaum mehr übrig als die Förderung selbst.

Was sich ab 2027 ändert

Zum 1. Januar 2027 tritt für Neuverträge das Altersvorsorgedepot an die Stelle von Riester: ohne Garantiepflicht, mit freier Wertpapierauswahl und einer anders gestaffelten Zulage. Bestandsverträge laufen unverändert weiter — ein Wechsel ist freiwillig, aber nicht umkehrbar.

Häufige Fragen

Was passiert mit meinem bestehenden Riester-Vertrag?

Er läuft unverändert weiter. Der Gesetzgeber hat Bestandsschutz zugesagt, die bisherige Förderung bleibt bestehen. Ein Wechsel in das neue System ist freiwillig — und nicht umkehrbar.

Warum gilt Riester als teuer?

Die vorgeschriebene Beitragsgarantie zwang die Anbieter in niedrig verzinste Anlagen, gerade in der Niedrigzinsphase. Dazu kamen Abschluss- und Verwaltungskosten, die einen Großteil der Zulagen aufzehrten. Genau diese Garantiepflicht fällt beim Nachfolgeprodukt weg.

Keine Anlageberatung. Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Anlageentscheidungen triffst du eigenverantwortlich. Investieren birgt Risiken bis zum Verlust des eingesetzten Kapitals.