Rürup-Rente
Eine private Rentenversicherung mit hohem Steuerabzug in der Ansparphase — gedacht vor allem für Selbstständige ohne gesetzliche Rente.
Auch: Basisrente, Rürup
Zuletzt aktualisiert am 11. September 2026
Die Rürup-Rente, amtlich Basisrente, ist eine private Rentenversicherung mit der Steuersystematik der gesetzlichen Rente: Beiträge mindern heute das zu versteuernde Einkommen, die spätere Rente wird dafür voll besteuert. Sie schließt die Lücke für alle, die weder in die gesetzliche Rente einzahlen noch Riester nutzen können.
Was sie steuerlich bringt
Beiträge sind in voller Höhe als Sonderausgaben absetzbar, bis zu einem Höchstbetrag, der sich am Höchstbeitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung orientiert — rund 30.000 Euro im Jahr für Alleinstehende, das Doppelte für zusammen veranlagte Paare. Bereits gezahlte Beiträge zur gesetzlichen Rente oder zu einem Versorgungswerk zählen auf diesen Betrag an.
Der Vorteil wächst also mit dem persönlichen Steuersatz. Bei 42 Prozent Grenzsteuersatz holt sich der Staat einen erheblichen Teil des Beitrags im Folgejahr zurück, bei 20 Prozent bleibt wenig übrig.
Ein Rechenbeispiel
Ein Selbstständiger zahlt 6.000 Euro im Jahr ein, sein Grenzsteuersatz liegt bei 42 Prozent:
- Beitrag: 6.000 €
- Steuerersparnis: 42 % von 6.000 € = 2.520 €
- Effektiver Aufwand: 3.480 €
Für 3.480 Euro netto landen 6.000 Euro im Vertrag. Im Ruhestand ist die Rente daraus voll steuerpflichtig — der Vorteil ist also eine Verschiebung, kein Geschenk. Er trägt nur, wenn der Steuersatz im Alter niedriger liegt als heute.
Was du dafür aufgibst
Die Basisrente ist bewusst starr gebaut: keine Kapitalauszahlung, keine Kündigung, keine Beleihung, keine Übertragung. Stirbst du vor Rentenbeginn, verfällt das Guthaben — es sei denn, du hast eine Hinterbliebenenabsicherung eingeschlossen, die Rendite kostet.
Nicht verwechseln: Rürup und Riester
- Rürup fördert über den Steuerabzug. Kein Zulagensystem, keine Beitragsgarantie, offen für Selbstständige.
- Riester fördert über Zulagen plus Steuerabzug, verlangt dafür eine Beitragsgarantie und steht nur rentenversicherungspflichtig Beschäftigten offen.
Wer angestellt ist, fährt mit der betrieblichen Altersvorsorge oder einem freien Depot meist flexibler.
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Häufige Fragen
Kann ich mir das Kapital auf einen Schlag auszahlen lassen?
Nein. Die Basisrente kennt ausschließlich eine lebenslange monatliche Rente ab frühestens 62. Genau diese Strenge ist der Preis für den hohen Steuerabzug in der Ansparphase.
Für wen lohnt sich Rürup?
Vor allem für Selbstständige mit hohem, stabilem Einkommen und entsprechend hohem Steuersatz — sie haben keinen Zugang zu Riester oder zur betrieblichen Altersvorsorge. Bei niedrigem Steuersatz fällt der Vorteil klein aus und rechtfertigt die Unflexibilität selten.
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Verwandte Begriffe
- Riester-Rente Die staatlich geförderte private Altersvorsorge mit Zulagen und Beitragsgarantie — ab 2027 für Neuverträge vom Altersvorsorgedepot abgelöst.
- Betriebliche Altersvorsorge Altersvorsorge über den Arbeitgeber, finanziert aus dem Bruttogehalt — mit Steuer- und Sozialabgabenvorteil in der Ansparphase.
- Günstigerprüfung Ein Antrag in der Steuererklärung, der Kapitalerträge mit deinem persönlichen Steuersatz besteuert, wenn dieser unter 25 Prozent liegt.
Keine Anlageberatung. Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Anlageentscheidungen triffst du eigenverantwortlich. Investieren birgt Risiken bis zum Verlust des eingesetzten Kapitals.