Zulagen & Förderung im Detail
Wie sich Grundzulage, Kinderzulage und Berufseinsteigerbonus berechnen — und ab welchem Steuersatz das Finanzamt noch etwas drauflegt.
Zuletzt aktualisiert am 2. August 2026
Die Förderung des Altersvorsorgedepots besteht aus zwei Teilen: Zulagen, die direkt in deinen Vertrag fließen, und einem Steuerabzug, den das Finanzamt automatisch gegenrechnet. Beides zusammen entscheidet darüber, ob sich der gebundene Vertrag gegenüber einem freien Depot lohnt.
Die Grundzulage ist gestaffelt
Anders als bei Riester hängt die Zulage nicht mehr an einem Prozentsatz deines Einkommens, sondern nur noch an deinem Eigenbeitrag. Die Staffel hat zwei Stufen:
- Auf die ersten 360 Euro im Jahr legt der Staat 50 Cent je eingezahltem Euro drauf, also bis zu 180 Euro.
- Auf die Beiträge zwischen 360 und 1.800 Euro kommen 25 Cent je Euro dazu, also bis zu 360 Euro.
Zusammen ergibt das höchstens 540 Euro Grundzulage im Jahr. Drei Beispiele zeigen, wie sich das auswirkt:
- 360 Euro Eigenbeitrag bringen 180 Euro Zulage. Im Depot landen 540 Euro, die Förderquote liegt bei 50 Prozent.
- 1.800 Euro Eigenbeitrag bringen die vollen 540 Euro. Im Depot landen 2.340 Euro, die Förderquote sinkt auf 30 Prozent.
- 3.000 Euro Eigenbeitrag bringen ebenfalls nur 540 Euro, weil alles über 1.800 Euro ungefördert bleibt.
Die erste Stufe ist damit die wertvollste. Wer knapp bei Kasse ist, holt mit 30 Euro im Monat schon die Hälfte der maximalen Förderquote ab.
Damit überhaupt Zulagen fließen, musst du mindestens 120 Euro im Jahr einzahlen — 10 Euro im Monat reichen also, um in die Förderung zu kommen.
Kinderzulage und Berufseinsteigerbonus
Die Kinderzulage folgt demselben Prinzip, nur großzügiger: ein Euro Zulage für jeden eingezahlten Euro, gedeckelt bei 300 Euro pro Kind und Jahr. Sie hängt am Kindergeldbezug und läuft, solange dieser läuft.
Der Berufseinsteigerbonus ist eine Einmalzahlung von 200 Euro für alle, die den Vertrag vor ihrem 25. Geburtstag abschließen. Klingt nach wenig, ist es über die Laufzeit aber nicht: 200 Euro, die vierzig Jahre lang zu 6 Prozent arbeiten, werden zu gut 2.000 Euro — nachzurechnen im Zinseszins-Rechner.
Eine Familie mit zwei Kindern kommt damit auf bis zu 1.140 Euro Zulagen im Jahr. Das ist der Betrag, der die Rechnung gegen den freien Sparplan kippt; mehr dazu unter Für wen sich das Altersvorsorgedepot lohnt.
Wann das Finanzamt noch etwas drauflegt
Neben der Zulage kannst du die Beiträge als Sonderausgaben absetzen. Absetzbar sind Eigenbeiträge und Zulagen zusammen, bei voller Ausschöpfung also 2.340 Euro im Jahr.
Das Finanzamt vergleicht dann automatisch, ob deine Steuerersparnis größer ausfällt als die Zulage. Ist sie das, bekommst du die Differenz über den Steuerbescheid. Diese Günstigerprüfung musst du nicht beantragen, sie läuft mit der Anlage zur Steuererklärung mit.
Rechnen lässt sich der Kipppunkt leicht: 540 Euro Zulage auf 2.340 Euro absetzbare Beiträge entsprechen einem Steuersatz von rund 23 Prozent. Wer darüber liegt, profitiert zusätzlich.
- Bei 30 Prozent Grenzsteuersatz sparst du 702 Euro Steuern, also 162 Euro mehr als die Zulage.
- Bei 42 Prozent sind es 983 Euro, gut 440 Euro über der Zulage.
Für Gutverdiener ohne Kinder ist der Steuerabzug damit der eigentliche Hebel, nicht die Zulage.
Was oberhalb von 1.800 Euro passiert
In den Vertrag einzahlen darfst du bis zu 6.840 Euro im Jahr. Alles zwischen 1.800 und 6.840 Euro bleibt aber ungefördert: keine Zulage, kein Sonderausgabenabzug.
Der Vorteil dieser Beiträge liegt allein in der Steuerstundung — die Erträge bleiben in der Ansparphase steuerfrei, und im Alter wird nur der Ertragsanteil besteuert statt des vollen Betrags. Ob das den Verzicht auf Flexibilität aufwiegt, ist eine Rechnung für sich; sie steht unter Auszahlung und Besteuerung.
Für die meisten lautet die praktische Reihenfolge deshalb: erst die 1.800 Euro geförderten Eigenbeitrag ausschöpfen, alles darüber in den freien ETF-Sparplan.
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Häufige Fragen
Wie hoch ist die Zulage beim Altersvorsorgedepot?
Die Grundzulage beträgt höchstens 540 Euro im Jahr. Auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag legt der Staat 50 Cent je Euro drauf, auf die Beiträge zwischen 360 und 1.800 Euro noch 25 Cent je Euro. Dazu kommen bis zu 300 Euro pro Kind und einmalig 200 Euro für Berufseinsteiger unter 25.
Wie viel muss ich einzahlen, um die volle Zulage zu bekommen?
1.800 Euro im Jahr, also 150 Euro im Monat. Diese Summe ist der maximal geförderte Eigenbeitrag. Wer weniger einzahlt, bekommt die Zulage anteilig; ab 120 Euro im Jahr fließt überhaupt eine Förderung.
Kann ich die Beiträge zusätzlich von der Steuer absetzen?
Ja, als Sonderausgaben. Absetzbar sind Eigenbeiträge und Zulagen zusammen, bei voller Ausschöpfung also 2.340 Euro. Das Finanzamt prüft automatisch, ob dieser Abzug mehr bringt als die Zulage, und schreibt dir die Differenz gut.
Keine Anlageberatung. Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Anlageentscheidungen triffst du eigenverantwortlich. Investieren birgt Risiken bis zum Verlust des eingesetzten Kapitals.