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Kapino
Altersvorsorgedepot & staatliche Förderung

Für wen sich das Altersvorsorgedepot lohnt

Eltern, Berufseinsteiger, Gutverdiener und erstmals auch Selbstständige: Wer die höchste Förderquote herausholt und wer besser beim freien Depot bleibt.

Zuletzt aktualisiert am 2. August 2026

Das Altersvorsorgedepot fördert alle nach derselben Staffel, aber nicht alle profitieren gleich stark. Ausschlaggebend sind drei Größen: die Zahl deiner Kinder, dein Grenzsteuersatz und dein Alter beim Abschluss.

Wer überhaupt hineindarf

Unmittelbar förderberechtigt sind:

  • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in versicherungspflichtiger Beschäftigung, einschließlich Minijobbern ohne Befreiung von der Rentenversicherungspflicht
  • Beamte, Richter und Berufssoldaten
  • Landwirte nach dem Gesetz über die Alterssicherung der Landwirte
  • Künstler und Publizisten über die Künstlersozialkasse
  • Selbstständige mit Einkünften aus Gewerbebetrieb oder selbstständiger Arbeit
  • Menschen in Anrechnungszeiten, etwa während Arbeitslosigkeit oder Grundsicherungsbezug

Ehepartner von unmittelbar Förderberechtigten kommen mittelbar hinein und erhalten bis zu 175 Euro Zulage im Jahr.

Die Öffnung für Selbstständige ist die größte Änderung gegenüber Riester. Wer ohne gesetzliche Rentenversicherung arbeitet, hat damit erstmals einen geförderten Weg, der nicht auf eine Versicherung hinausläuft.

Eltern holen am meisten heraus

Die Kinderzulage von bis zu 300 Euro je Kind ist die stärkste Stellschraube. Eine Familie mit zwei Kindern kommt auf bis zu 1.140 Euro Zulagen im Jahr — mehr als die Hälfte des maximal geförderten Eigenbeitrags von 1.800 Euro.

Eine so hohe Förderquote schlägt jede erwartbare Marktrendite. Solange die Kinderzulagen laufen, sollte der Vertrag deshalb Vorrang vor zusätzlichen Einzahlungen ins freie Depot haben. Für das Vermögen der Kinder selbst gelten andere Regeln, siehe Geld für Kinder anlegen.

Berufseinsteiger nehmen den Bonus mit

Die 200 Euro für Vertragsabschlüsse vor dem 25. Geburtstag sind einmalig, aber sie liegen am Anfang einer sehr langen Laufzeit. Genau dort wirkt der Zinseszins am stärksten.

Wer mit 24 einen Vertrag mit 10 Euro im Monat eröffnet, sichert sich den Bonus und kann die Rate später jederzeit erhöhen. Das ist die günstigste Art, sich eine Option offenzuhalten.

Gutverdiener rechnen über die Steuer

Ohne Kinder deckelt die Grundzulage bei 540 Euro. Der eigentliche Hebel liegt dann im Sonderausgabenabzug: Ab einem Grenzsteuersatz von rund 23 Prozent legt das Finanzamt über die Günstigerprüfung noch etwas drauf, im Spitzensteuersatz sind es gut 440 Euro zusätzlich pro Jahr.

Dazu kommt ein zweiter Effekt, der oft übersehen wird. Im Ruhestand liegt der persönliche Steuersatz meist deutlich unter dem im Berufsleben. Wer heute mit 42 Prozent absetzt und später mit 25 Prozent versteuert, verdient an dieser Differenz.

Wo sich der Vertrag weniger lohnt

Drei Situationen sprechen gegen das Altersvorsorgedepot oder zumindest für kleine Raten:

  • Kein Notgroschen. Das Kapital ist bis mindestens 65 gebunden. Wer keinen Puffer hat, braucht zuerst einen — siehe Der Notgroschen.
  • Teure Schulden. Ein Dispo mit zweistelligem Zins kostet sicher mehr, als die Förderung sicher bringt. Erst tilgen, dann sparen.
  • Naher Ruhestand. Wer mit Ende fünfzig startet, hat wenige Jahre Ansparzeit bei voller Bindung. Hier lohnt der genaue Vergleich mit einem freien Depot, siehe Geldanlage ab 50.

Wie groß deine Versorgungslücke ist und welche monatliche Rate sie schließt, zeigt der Rentenlücke-Rechner.

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Häufige Fragen

Wer ist beim Altersvorsorgedepot förderberechtigt?

Alle in der gesetzlichen Rentenversicherung Pflichtversicherten, dazu Beamte, Richter und Berufssoldaten, Landwirte sowie Künstler und Publizisten über die Künstlersozialkasse. Neu hinzu kommen Selbstständige. Ehepartner von Förderberechtigten können mittelbar teilnehmen.

Lohnt sich das Altersvorsorgedepot auch mit kleinem Einkommen?

Gerade dann. Auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag im Jahr gibt der Staat 50 Prozent dazu — diese Förderquote erreicht keine Geldanlage. Wichtig ist nur, dass der Notgroschen steht, bevor du Geld bis zum 65. Lebensjahr festlegst.

Können Selbstständige ein Altersvorsorgedepot abschließen?

Ja, das ist eine der wesentlichen Neuerungen. Selbstständige mit Einkünften aus Gewerbebetrieb oder selbstständiger Arbeit sind ab 2027 unmittelbar förderberechtigt. Bei Riester waren sie es nur über den Umweg eines pflichtversicherten Ehepartners.

Keine Anlageberatung. Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Anlageentscheidungen triffst du eigenverantwortlich. Investieren birgt Risiken bis zum Verlust des eingesetzten Kapitals.