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Kapino
Altersvorsorgedepot & staatliche Förderung

Depot, Standarddepot oder Garantie?

Drei Produktarten stehen ab 2027 zur Wahl. Was der Kostendeckel beim Standarddepot bedeutet und wie viel Rendite eine Beitragsgarantie kostet.

Zuletzt aktualisiert am 2. August 2026

Das Gesetz kennt nicht ein Altersvorsorgedepot, sondern drei Produktarten mit derselben Förderung. Sie unterscheiden sich darin, wie viel du selbst entscheidest und wie viel Sicherheit der Anbieter zusagt.

Das freie Altersvorsorgedepot

Hier stellst du das Portfolio selbst zusammen, wie in einem normalen Depot. Zulässig sind allerdings nur Wertpapiere von einer gesetzlichen Positivliste — breit gestreute Aktien-ETFs und Fonds gehören dazu, hochspekulative Anlagen nicht.

Diese Variante bietet die höchsten Renditechancen und die niedrigsten laufenden Kosten, wenn du günstige ETFs wählst. Sie verlangt aber, dass du dich um Asset Allocation und Rebalancing selbst kümmerst. Für alle, die ohnehin einen ETF-Sparplan führen, ist der Aufwand überschaubar.

Das Standarddepot

Das Standarddepot ist die vereinfachte Variante für alle, die keine Produktauswahl treffen wollen. Zwei Merkmale machen es interessant:

  • Gedeckelte Kosten. Die Effektivkosten dürfen 1,0 Prozent im Jahr nicht überschreiten. Das ist eine Obergrenze, keine Zusage — günstigere Angebote sind erlaubt und wahrscheinlich.
  • Automatische Umschichtung. Vor Beginn der Auszahlphase schichtet der Anbieter schrittweise in schwankungsärmere Anlagen um, damit ein Kurseinbruch kurz vor der Rente nicht das Ergebnis zerlegt.

Eine Verordnung soll zusätzlich ein öffentlich angebotenes Standarddepot ermöglichen. Diese Verordnung liegt bislang nicht vor, ob und wann ein solches Angebot kommt, ist offen.

Produkte mit Beitragsgarantie

Wer Kursschwankungen nicht aushält, kann ein Produkt mit Garantie wählen. Zwei Stufen sind vorgesehen: Der Anbieter garantiert entweder 80 oder 100 Prozent der eingezahlten Beiträge zu Beginn der Auszahlphase.

Die 100-Prozent-Garantie entspricht der alten Riester-Logik. Die 80-Prozent-Stufe ist neu und gibt dem Anbieter deutlich mehr Spielraum für Aktienanlagen.

Was die Garantie kostet

Eine Garantie ist kein Geschenk des Anbieters, sondern eine Anlageentscheidung, die er für dich trifft. Um sie einhalten zu können, muss er einen Teil des Kapitals sicher und damit renditearm anlegen — je höher die Garantie, desto größer dieser Teil.

Über eine Laufzeit von dreißig oder vierzig Jahren fällt das schwer ins Gewicht. Genau daran ist die Riester-Rente in der Wahrnehmung vieler Sparer gescheitert: Die Beitragsgarantie war gesetzlich vorgeschrieben, und in der Niedrigzinsphase blieb den Anbietern kaum Aktienquote übrig.

Für eine lange Ansparphase spricht deshalb wenig für eine hohe Garantie. Wer nur noch zehn Jahre bis zum Rentenbeginn hat, wägt anders ab — dann ist der Schutz vor einem späten Kurseinbruch mehr wert als ein Renditepunkt.

Worauf du beim Vergleich achtest

Konkrete Angebote gibt es noch nicht. Wenn sie kommen, entscheiden vier Punkte:

  1. Effektivkosten pro Jahr, nicht nur die Fondskosten. Der ETF-Sparplan-Rechner zeigt, was ein halber Prozentpunkt über Jahrzehnte ausmacht.
  2. Wie die Abschlusskosten verteilt werden. Das Gesetz schreibt eine Verteilung über die gesamte Ansparphase vor, was Wechsel fairer macht.
  3. Welche ETFs zur Wahl stehen, wenn du selbst auswählen willst.
  4. Ob und wie du die Rate ändern oder aussetzen kannst, ohne die Förderung zu verlieren.

Wie du Kosten grundsätzlich einordnest, steht unter TER und Kosten von ETFs.

Passende Rechner

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Häufige Fragen

Welche Produkte gibt es beim Altersvorsorgedepot?

Drei Varianten: das freie Altersvorsorgedepot ohne Garantie, bei dem du die Wertpapiere selbst aussuchst; das vereinfachte Standarddepot mit gedeckelten Kosten und automatischer Umschichtung; sowie Produkte mit einer Beitragsgarantie von 80 oder 100 Prozent.

Was darf ich im Altersvorsorgedepot kaufen?

Zulässig sind nur Vermögensgegenstände von einer gesetzlichen Positivliste. Breit gestreute Aktien-ETFs und Fonds gehören dazu, Einzelspekulationen mit hohem Risiko nicht. Die genaue Ausgestaltung liegt beim jeweiligen Anbieter.

Lohnt sich eine Beitragsgarantie?

Über lange Laufzeiten selten. Damit der Anbieter die Garantie halten kann, muss er einen Teil des Geldes sicher und damit renditearm anlegen. Genau diese Konstruktion hat der Riester-Rente über zwanzig Jahre die Rendite gekostet. Bei kurzer Restlaufzeit bis zur Rente kann eine Garantie dagegen sinnvoll sein.

Keine Anlageberatung. Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Anlageentscheidungen triffst du eigenverantwortlich. Investieren birgt Risiken bis zum Verlust des eingesetzten Kapitals.